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Glossar Queerness/LSBTIQ+

Vielfalt ist in einer offenen und respektvollen Gesellschaft besonders wichtig. Es geht darum, unterschiedliche Lebensgeschichten und Identitäten als Teil unserer Gesellschaft und Kirche wahrzunehmen und zu beteiligen. Die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ist ein wichtiger Teil davon neben Aspekten wie die Herkunft, Be/hinderung, Alter oder Religion. Viele Begriffe aus diesem Bereich sind in den letzten Jahren sichtbarer geworden – wie „queer“, „nicht-binär“ oder „trans“. Für Menschen, die mit diesen Themen bisher wenig Berührung hatten, können sie aber oft ungewohnt oder schwer verständlich sein. Es ist wichtig, die Begriffe zu lernen und anzuwenden, um Menschen in ihrer Vielfalt wertschätzend und respektvoll zu begegnen.

Biblisch-theologischer Gedanke:

In der Schöpfungsgeschichte erschafft Gott die Menschen männlich und weiblich (Gen 1,27). Diese Geschichte wird bereits in den Kindergottesdiensten erzählt. Wir kennen sie alle. Die queere Theologie verweist darauf, dass „männlich und weiblich“ jedoch nicht allein auf die Zweiheit Mann und Frau bezogen ist. Sie verweist vielmehr auf die bestehende Bandbreite menschlicher Identitäten zwischen männlich und weiblich. Der Mensch vor Gott ist sehr gut in all seiner Vielfalt. Wir alle sind von Gott gewollt und geliebt. Das bedeutet, dass wir uns auch in unserer Gemeinschaft in Vielfalt wertschätzen und auf Selbstbeschreibungen von uns selbst und unseren Mitmenschen achten.

Sprache schafft Wirklichkeit. Darum soll dieses Glossar dabei helfen, einen klaren Überblick über die wichtigsten Begriffe zu sexuellen und geschlechtlichen Identitäten zu geben. Es erklärt grundlegende Konzepte verständlich und respektvoll, ohne zu vereinfachen. Unser Ziel ist es, mehr Wissen und Bewusstsein zu schaffen, damit Queerness nicht nur akzeptiert, sondern als Bereicherung gesehen wird.

A

Agender / Genderless

Manche Menschen empfinden kein Zugehörigkeitsgefühl zu einem Geschlecht – sie fühlen sich also weder als „männlich“ noch als „weiblich“. Für sie spielt das Konzept von „Geschlecht“ keine Rolle in ihrer Identität.

Asexuell

Asexuelle Personen empfinden wenig oder gar keine sexuelle Anziehung zu anderen Menschen. Das bedeutet nicht, dass sie keine engen Beziehungen führen oder keine Liebe empfinden, sondern nur, dass Sexualität für sie keine oder eine geringe Bedeutung hat.

B

Bisexuell

Bisexuelle Menschen fühlen sich zu mehr als einem Geschlecht romantisch oder sexuell hingezogen. Das kann sich auf Männer und Frauen beziehen, aber auch auf nicht-binäre Personen. Manche bisexuelle Menschen empfinden Anziehung unabhängig vom Geschlecht der anderen Person.

Begehren

„Begehren“ beschreibt, zu wem wir uns hingezogen fühlen – körperlich, emotional oder geistig. Es ist also die Art und Weise, wie wir Liebe oder Anziehung erleben.

C

Cis

„Cis“ bedeutet, dass jemand mit dem Geschlecht, das ihm bei der Geburt zugewiesen wurde, übereinstimmt. Zum Beispiel: Eine Person, die als Mädchen geboren wurde und sich auch als Frau fühlt, ist „cis“. CIS ist das Gegenstück zu „trans“.

D

Diversität

Diversität bedeutet Vielfalt. Es geht darum, dass Menschen unterschiedlich sind – etwa in Bezug auf Geschlecht, Herkunft, Alter, Religion, sexuelle Orientierung oder körperliche Fähigkeiten – und dass diese Unterschiede wertvoll sind. Diversität will diese Vielfalt sichtbar machen und respektieren.

G

Gender

„Gender“ beschreibt nicht das biologische Geschlecht, sondern die gesellschaftlichen Vorstellungen davon, wie „männlich“ oder „weiblich“ zu sein hat. Dazu gehören z. B. bestimmte Rollenbilder oder Erwartungen. Gender umfasst auch die persönliche Geschlechtsidentität eines Menschen – also, ob man sich selbst als Frau, Mann, beides oder keines von beidem sieht.

H

Heteronormativität

Die Idee, dass es nur zwei Geschlechter (männlich und weiblich) gibt und dass nur Beziehungen zwischen Mann und Frau als „normal“ gelten, nennt man Heteronormativität. Sie ist die gesellschaftliche Norm, die andere Lebensweisen oft unsichtbar macht oder abwertet. Alle, die nicht der binären Geschlechterordnung entsprechen, werden als abweichend vom vermeintlichen Standard angesehen.

I

Inter

Inter Menschen werden mit körperlichen Merkmalen geboren, die sich nicht eindeutig dem „männlichen“ oder „weiblichen“ Geschlecht zuordnen lassen – z. B. bei Chromosomen, Hormonen oder Geschlechtsorganen. Intergeschlechtlichkeit ist eine natürliche Variation des menschlichen Körpers.

Intersektionalität

Intersektionalität beschreibt, dass Menschen nicht nur wegen einer einzigen Eigenschaft (z. B. Geschlecht) benachteiligt sein können, sondern oft mehrere Faktoren zusammenwirken. Zum Beispiel kann eine Frau, die zugleich eine Behinderung hat, auf eine andere Art Diskriminierung erleben als jemand, der „nur“ wegen des Geschlechts benachteiligt wird.

L

LGBTQI+

Diese Abkürzung steht für „lesbisch, schwul, bisexuell, trans, queer, inter und weitere (+)“. Das Pluszeichen zeigt, dass es noch viele weitere Identitäten und Orientierungen gibt, die hiermit eingeschlossen sind.

N

Nicht-binär (Nonbinary)

Nicht-binäre Menschen sehen sich weder ausschließlich als Frau noch als Mann. Sie können sich dazwischen, jenseits dieser Kategorien oder als beides zugleich empfinden. Für sie ist die übliche Zweiteilung von „männlich“ und „weiblich“ nicht passend.

Q

Queer

„Queer“ ist ein Sammelbegriff für Menschen, die nicht in die normativen kVorstellungen von Geschlecht oder Sexualität passen. Früher wurde „queer“ abwertend benutzt, heute ist es oft ein positiver Begriff, mit dem sich Menschen selbst beschreiben.

S

Sex

„Sex“ meint das biologische Geschlecht, also körperliche Merkmale wie Chromosomen, Hormone und Geschlechtsorgane. Es ist das, was bei der Geburt festgestellt wird, aber nicht unbedingt mit dem persönlichen Empfinden (Gender) übereinstimmen muss.

T

Trans

Trans ist ein Überbegriff für Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Eine „trans Frau“ ist zum Beispiel eine Person, die bei der Geburt als männlich eingeordnet wurde, sich selbst aber als Frau versteht. Der ältere Begriff „Transsexualität“ wird oft abgelehnt.

Weiterführende Informationen

Eine empfehlenswerte Informationsquelle ist die Website Queer in der EKvW
Hier finden sich zahlreiche Tipps, Hintergrundinformationen und Links zu den Themen Vielfalt, sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität. 

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